Peter Paul Huth

Filmredakteur
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Deutschland

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Die Serie „Patria“ von Aitor Gabilondo, nach dem Roman von Fernando Aramburu, war ein Höhepunkt des Filmfestivals von San Sebastián, eines der ältesten in Europa, das wegen der zeitlichen Nähe etwas im Schatten von Venedig steht. In diesem Jahr brauchte man sich vor der Konkurrenz auf dem Lido nicht zu verstecken und konnte mit einem hochkarätigen Programm aufwarten.
"Nomadland" war der Film, auf den sich in der Jury von Venedig 2020 alle einigen konnten. Eine weibliche Regisseurin, die chinesische Amerikanerin Chloé Zhao, die mit ihrem Erstling "Rider" in Cannes Furore gemacht hatte. Und eine prominente Hauptdarstellerin, Frances McDormand, die das Projekt mit produziert hat.
Venedig hat hoch gepokert, aber das Risiko und der Einsatz haben sich gelohnt. Es schien, als ob ein cineastisches Großereignis wie die "Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica" unter Corona-Bedingungen nicht möglich wäre. Nun beweist Venedig das Gegenteil.
Das 70jährige Jubiläum der Berlinale fiel in das Jahr 1 der Post-Dieter-Kosslick-Ära. 18 Jahre hatte Kosslick die Berlinale geleitet (...) Dieses Jahr agierten Carlo Chatrian, der neue künstlerische Leiter und die Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek als neues Führungs-Duo.
In vielen Filmen auf dem Festival spürt man eine Beunruhigung angesichts der Zustände in Europa. Intoleranz, Xenophobie und eine Abschottung nach außen, verbunden mit einer Anfälligkeit für populistische und rechte Parolen, das war ein Unterstrom von Sorge angesichts aktueller Entwicklungen. Karlovy Vary zeigte sich auch in diesem Jahr...
"Eine Fülle von preiswürdigen Filmen, die es der Jury nicht leicht machten", bescheinigt Peter Paul Huth in seinem Bericht dem 72. Festival de Cannes.

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