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Cannes

Die Goldene Palme und der Preis der Ökumenischen Jury beim Festival de Cannes 2026 gingen an den gleichen Film, "Fjord" von Cristian Mungiu. Auch die Jury der internationalen Filmkritik (Fipresci) zeichnete ihn aus. Ihren Grand Prix vergab die Festivaljury unter dem Vorsitz des koreanischen Regisseurs Park Chan-wook an "Minotaur" von Andrej Svjagincev (Frankreich, Lettland, Deutschland 2026), den Preis für die beste Regie ex aequo an das Regieduo Javier Calvo und Javier Ambrossi für ihren Film "La bola negra" (Die schwarze Kugel, Spanien, Frankreich 2025) und an Paweł Pawlikowski für seinen Film "Fatherland" (Polen, Deutschland, Italien, Frankreich 2026). "Das geträumte Abenteuer" von Valeska Grisebach (Deutschland, Frankreich, Bulgarien, Österreich 2026) gewann den Pix du Jury.

Das 79. Festival de Cannes wurde am 12. Mai mit der französisch-belgischen Koproduktion "La Vénus électrique" (The Electric Kiss) von Pierre Salvadori eröffnet. Der im Paris des Jahres 1928 spielende Film erzählt von der Beziehung ziwschen einem Maler und einer Schaustellerin, die sich als Medium ausgibt und ihm Kontakt zu seiner verstorbenen Ehefrau zu verschaffen verspricht. Im Internationalen Wettbewerb zeigte das Festival 22 Filme, darunter die neuen Arbeiten von Pedro Almodóvar, Asghar Farhadi und Hirokazu Kore-eda. 

In der Reihe Cannes Classics wurden u.a. neu restaurierte Fassungen von Bawang bieji (Lebewohl, meine Konkubine, Hongkong 1993) von Chen Kaige, Człowiek z żelaza (Der Mann aus Eisen, Polen 1981) von Andrzej Wajda, L'Innocente (Die Unschuld, Italien, Frankreich 1976) und Sanshiro Sugata, das Kinodebüt von Akira Kurosawa (Japan 1943) aufgeführt. 

Bei der Eröffnung wurde der neuseeländische Regisseur Peter Jackson mit einer Goldenen Palme geehrt, die gleiche Auszeichnung wurde Barbra Streisand bei der Abschlusszeremonie verliehen. Die Ökumenische Jury verleiht ihren Preis an einen Film aus dem Internationalen Wettbewerb. Sie vergibt ihre Auszeichnungen seit 1974.

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2026

Die Ökumenische Jury des 79. Filmfestivals in Cannes hat einen Film für ihren Preis ausgewählt, der durch seine außerordentliche künstlerische Qualität herausragt. Die Jury erkennt in dem ausgezeichneten Film eine eindringliche Warnung vor ideologischen Überhöhungen: dies meint sowohl Glauben als auch Maßnahmen, die aus der notwendigen Verurteilung von Gewalt gegenüber Vulnerablen sich ergeben können. Beides sind hoffnungsvolle Perspektiven, die korrumpiert werden können, wenn sie auf ein Regelwerk reduziert werden, das uns daran hindert, die Menschlichkeit anderer – und auch unsere eigene – zu sehen.

In der Untersuchung des zentralen Konflikts hinterfragt dieser Film die Grenzen zwischen öffentlicher und privater Sphäre, in dem er mit großem erzählerischem Geschick einzelne Geschichten komplexer und tiefgründiger Figuren miteinander verwebt. Der Film wirft Fragen auf, die die Erfahrungen des Zuschauers ansprechen und ihn ermuntern, in Reflexion und Diskussionen Antworten zu suchen.

More about the festival

Zwei Filme in Cannes beschäftigen sich mit Figuren der französischen Résistance im 2. Weltkrieg, "Moulin" von László Nemes und "La troisième nuit" von Daniel Auteil. Kritische Anmerkungen von Peter Paul Huth
In Fortführung seines Cannes-Berichts bespricht Peter Paul Huth drei Highlights des Festivals - oder mindestens als Highligt erwartete Filme: "Sheep in the Box" von Hirokazu Kore-eda, "El ser querido" von Rodrigo Sorogoyen und "Paper Tiger" von James Gray.
Als der Festivalleiter Thierry Frémaux bei der Pressekonferenz dafür kritisiert wurde, dass nur vier Regisseurinnen im Wettbewerb vertreten seien, verwies er zu Recht auf die zahlreichen Filme mit weiblichen Protagonistinnen. Dazu gehören unter anderem "La vie d'une femme" von Charline Bourgeois-Tocquet, "Soudain" von Ryusuke Hamaguchi oder "Nagi Notes" von Koji Fukada.
Zwei prominente Regisseure haben sich mit ihren neuen Filmen in eine fremde Kultur begeben, der eine Versuch ist schief gegangen, der andere war erfolgreich. Peter Paul Huth über "Fatherland" von Paweł Pawlikowski und "Histoires parallèles" von Asghar Farhadi.
Das Festival von Cannes gilt zu Recht als ein Hort der hehren Filmkultur, trotzdem herrscht an der Cote d’Azur ein entspannter Umgang mit amerikanischen Blockbustern. Wer schon länger dabei ist, wird sich erinnern, wie George Lucas einen Trupp galaktischer Krieger auf dem Roten Teppich dirigierte. Eröffnungsbericht von Peter Paul Huth

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