Die Ökumenische Jury des 79. Filmfestivals in Cannes hat einen Film für ihren Preis ausgewählt, der durch seine außerordentliche künstlerische Qualität herausragt. Die Jury erkennt in dem ausgezeichneten Film eine eindringliche Warnung vor ideologischen Überhöhungen: dies meint sowohl Glauben als auch Maßnahmen, die aus der notwendigen Verurteilung von Gewalt gegenüber Vulnerablen sich ergeben können. Beides sind hoffnungsvolle Perspektiven, die korrumpiert werden können, wenn sie auf ein Regelwerk reduziert werden, das uns daran hindert, die Menschlichkeit anderer – und auch unsere eigene – zu sehen.
In der Untersuchung des zentralen Konflikts hinterfragt dieser Film die Grenzen zwischen öffentlicher und privater Sphäre, in dem er mit großem erzählerischem Geschick einzelne Geschichten komplexer und tiefgründiger Figuren miteinander verwebt. Der Film wirft Fragen auf, die die Erfahrungen des Zuschauers ansprechen und ihn ermuntern, in Reflexion und Diskussionen Antworten zu suchen.