"Hei Dong Dong" (Dark Channel, China 2025) von Yu Zhe hat den Preis der Ökumenischen Jury im internationalen Wettbewerb der Kurzfilmtage Oberhausen 2026 gewonnen. Der Film wurde auch mit dem Hauptpreis der Fesitvaljury ausgezeichnet . Der Große Preis der Stadt Oberhausen ging an "Opera" (Kroatien 2026) von Igor Zelić, der auch den Preis der internationalen Filmkritik (Fipresci) erhielt. Die Ökumenische Jury im Kinder und Jugendfilmwettbewerb vergab ihren Preis an "Just Jools" (Belgien 2025) von Ezra Verbist. Mit Lobenden Erwähnungen würdigte die Ökumenische Jury im Internationalen Wettbewerb "wolno, szybko, wolno" (langsam, schnell, langsam, Polen 2025) von Jagoda Czarnek und "Jésus Marie Joseph" (Frankreich 2025) von Patxi Meerman im Kinder- und Jugendfilmwettbewerb.
Das Festival, das 2026 zum zweiten Mal unter der Leitung von Madeleine Bernstorff und Susannah Polheim stand, wurde am 28. April eröffnet und würdigte dabei den kürzlich verstorbenen Alexander Kluge, Wortführer der Gruppe, die 1962 im "Oberhausener Manifest" programmatisch den Tod von "Papas Kino" verkündete und damit den Anstoß für den Jungen Deutschen Film gab, zu dem Kluge selbst mit seinem Speilfilmdebüt "Abschied von gestern" einen der maßgeblichen und bei seiner Premiere in Venedig 1966 mit dem Silbernen Löwen ausgezeichneten Beitrag lieferte.
Neben weiteren Wettbewerbssektionen (Deutscher und NRW-Wettbewerb, Musikvideo-/MuVi-Preis) umfasste das Programm von mehr als 500 Filmen eine beträchtliche Zahl thematisch ausgerichteter Reihen. Hauptthema war die durch die Zunahme KI-erzeugter Bilder neu aufgeworfene Frage nach dem Verhältnis von Realität und Fiktion im (dokumentarischen) Film unter dem Titel "based on true events?". Das Spektrum der unter diesem Fokus zusammengestellten Beiträge reichte von den Anfängen der Filmgeschichte bis heute und von auf Propaganda ausgerichteten Filmen bis zur Infragestellung des Realitätskonzepts selbst.
"What's Left" zeigte politische Filme der 70er und 80er Jahre, "Reisegefährten" ungewöhnliche Formen des neueren Episodenfilms, die Kurzfilme unterschiedlicher Regisseure und Regisseurinnen zusammenführen. "Frühjahr 1933" erinnerte an einen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten heimlich gedrehten Film Paul Seligmanns gleichen Titels, der kürzlich wiederentdeckt wurde, sowie an zwei Arbeiten der eng mit ihm kooperierenden Malerin und Filmclubaktivistin Ella Bergmann-Michel aus dem Jahr 1932. Werkschauen waren Linda Bilda (Österreich), Charlotte Pryce (USA), Gernot Wieland (Österreich) und dem Kollektiv Les films de la maison (Belgien) gewidmet. Mit einem eigenen Programm würdigten die Kurzfilmtage die kürzlich verstorbene, langjährige Leiterin des Internationalen Wettbewerbs Hilke Doering.