Am Samstag, den 21. Februar, wurden die Asuzeichnungen der 76. Berlinale verliehen. Den Preis der Ökumenischen Jury im internationalen Wettbewerb gewann "Moscas" (Flies) von Fernando Eimbcke (Mexiko 2026). Im Panorama vergab die Jury ihren Preis an "Bucks Harbor" von Pete Muller (USA 2026) und im Forum an "River Dreams" von Kristina Mikhailova (Kasachstan, Schweiz, Großbritannien 2026). Die Preise im Panorama und im Forum sind jeweils mit 2.500 € dotiert, gestiftet von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK; Panorama) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD; Forum).
Der Goldene Bär für den besten Film des internationalen Wettbewerbs ging an "Gelbe Briefe" von İlker Çatak (Deutschland, Frankreich, Türkei 2026) und damit nach 20 Jahren erstmals wieder an einen deutschen Film. Er handelt von der Repression von Künstlern und Intellektuellen in der Türkei unter Präsident Erdoğan und deklariert dabei in einem gelungenen künstlerischen Handstreich Berlin zu Ankara und Hamburg zu Istanbul. Der Film wurde auch mit dem Preis der Gilde-Kinos ausgezeichnet. Den Grand Jury Prize gewann "Kurtuluş" (Salvation) von Emin Alper (Türkei, Frankreich, Niederlande, Griechenland, Schweden, Saudi-Arabien 2026). Einen Silbernen Bären für die beste Regie erhielt Grant Gee für "Everybody Digs Bill Evans" (Irland, Großbritannien 2026) und einen Sibernen Bären für die beste darstellerische Leistung Sandra Hüller in "Rose" von Markus Schleinzer (Österreich, Deutschland 2026).
Die Jury des Verbands der internationalen Filmkritik (Fipresci) vergab ihre Preise an "Soumsoum, la nuit des astres" (Soumsoum, the Night of the Stars) von Mahamat-Saleh Haroun (Frankreich, Tschad 2026; Internationaler Wetbewerb), "Animol" von Ashley Walters (Großbritannien 2026: Perspektiven), "Narciso" von Marcelo Martinessi (Paraguay, Deutschland, Uruguay, Brasilien, Portugal, Spanien, Frankreich 2026; Panorama) und an "AnyMart" von Yusuke Iwasaki (Japan 2026: Forum). Der Caligari-Filmpreis ging an den Forums-Film "If Pigeons turned to Gold" von Pepa Lubojacki (Tschechien, Slowakei 2026), der auch den mit 40.000 € höchstdotierten Preis des Festivals, den Berlinale-Dokumentarfilmpreis, gewann.
Am 12. Februar wurde die Berlinale festlich eröffnet. Festivalleiterin Tricia Tuttle, die 2026 ihren zweiten Festivaljahrgang verantwortete, begrüßte die Gäste und stellte die internationale Jury vor, die unter dem Vorsitz von Wim Wenders den Goldenen und die Silbernen Bären verlieh. Die malaysische Schauspielerin Michelle Yeoh, bekannt geworden durch ihre Rolle als chinesische Agentin in dem Bond-Film "Tomorrow Never Dies" (1997) und in ihrer künstlerischen Leistung weltweit anerkannt durch die weibliche Hauptrolle in Ang Lees "Crouching Tiger, Hidden Dragon" (2000) wurde mit einem Goldenen Ehrenbären ausgezeichnet. Als Eröffnungsfilm wurde der Spielfilm "No Good Men" der in Hamburg lebenden afghanischen Regisseurin Sharbanoo Sadat gezeigt., der von afghanischen Frauen erzählt und zeitlich kurz vor der Rückkehr der Taliban situiert ist.
Insgesamt standen 278 Filme im Programm des Festivals. Neben den 22 Beiträgen des internationalen Wettbewerb laufen sie in den verschiedenen Festivalsektionen, so in den von Tricia Tuttle 2025 neu geschaffenen Perspektiven, die internationalen Erstlingsfilmen gewidmet ist, sowie den etablierten Programmen von Berlinale Special, Panorama, Forum, Berlinale Shorts, Berlinale Classics und Generation mit Filmen für Kinder und Jiugendliche. Die Retrospektive unter dem Titel "Lost in the 90s" war den Filmen des Jahrzehnts nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gewidmet. Sie zeigte u.a. aus Deutschland "Lola rennt" von Tom Tykwer (1998), "Johanna d'Arc of Mongolia" von Ulrike Ottinger (1989) oder "Videogramme einer Revolution" von Harun Farocki (1992), aber auch "Allemagne année 90 neuf zéro" von Jean-Luc Godard und "La double vie de Véronique" von Krzysztof Kieslowski, beide von 1991.