60. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm

30.10.2017 bis 05.11.2017
Leipzig
Licu, a Romanian Story

Goldene Taube: "Licu, eine rumänische Geschichte" (© DOK Leipzig)

Am Samstag, den 4. November, ging das 60. Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm mit der Verleihung der Preise zu Ende. Die Interreligiöse Jury mit einem evangelischen, einem katholischen, einem jüdischen und einem muslimischen Mitglied verlieh ihren mit 2500 € dotierten Preis an Aliona van der Horst für ihren Film "Liefde is aardappelen" (Love is Potatoes). Die Goldene Taube, der Hauptpreis des Festivals, ging an "Licu, o poveste româneascâ" (Licu, eine rumänische Geschichte) von Ana Dumitrescu. Der Filmpreis Leipziger Ring, der vom Publikum vergeben wird, ging an Manon Loizeau für den Film "Syrie: La guerre silencieuse" (Silent War). Die Jury der internationalen Filmkritik (Fipresci) zeichnete den kubanischen Film "El proyecto" (The Project) von Alejandro Alonso Estrella aus.

Das 60. Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm wurde mit der Weltpremiere von David Spaeths Dokumentation "Betrug" eröffnet. Eine von INTERFILM und SIGNIS berufene Interreligiöse Jury vergab zum zweiten Mal eine Auszeichnung für Filme des internationalen Wettbewerbs. Weitere Wettbewerbssektionen sind der Deutsche Wettbewerb, Wettbewerbe für deutsche und internationale Kurzfilme, "Next Masters" und der Wettbewerb für animierte Dokumentarfilme.

An drei Tagen vor der Festivaleröffnung lief bereits das Jubiläumsprogramm "Now and Then", das u.a. Filme von Haskell Wexler, Heddy Honigmann, Jürgen Böttcher, Volker Koepp und Vlado Kristl zeigte. die Hommage ist dem amerikanischen Regisseur Jay Rosenblatt gewidmet.

Link: Festival-Website

Auszeichnungen

Life is Potatoes
2017

Der Film zeigt am Beispiel einer persönlichen Spurensuche ein Stück Weltgeschichte. Die Autorin geht ihren Wurzeln nach und findet in einem Haus in Russland, von dem sie ein kleines Stück erbt, Zeichen ihrer Herkunft, der Flucht, der Geschichte ihrer Familie, des Umgangs mit Vergangenheit, der Frage nach dem Vergessen, die Auswirkungen von Hunger. Das alles misst sich am Tod.

Aliona van der Horst nutzt Aufnahmen des Hauses, der Erinnerungsstücke, Briefe, Tonaufzeichnungen und insbesondere hervorragende Bilder des italienischen Animationskünstlers Simone Massi. So entsteht ein Kunstwerk von bewegender Tiefe nicht ohne zugleich ein Quäntchen Ironie und Humor zu wagen.