Ihren Preis von 2.000 €, gestiftet vom Erzbistum Berlin und der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, vergab die ökumenische Jury beim 22. Filmfestival achtung berlin (15.-22. April 2026) an den Spielfilm "Sechswochenamt" von Jacqueline Jansen (Deutschland 2025). Die Jury verlieh außerdem eine Lobende Erwähnung an den Dokumentarfilm "Schwarze Häuser" von Katrin Sikora (Deutschland 2026).
Die Begründung der Jury für ihren Preis lautet: "Leben, das kommt, und Leben, das geht, verändert uns für immer. In diesem Film wird die Trauerzeit auf besondere Weise dargestellt. Mit realistischer und zugleich poetischer Bildgestaltung zeigt die Regisseurin die bürokratische und emotionale Auseinandersetzung mit Familie, Traditionen und Ritualen. Die Protagonistin lässt uns auf ruhige und unaufgeregte Art teilhaben an ihrem Trauerprozess, geprägt von (fehlender) Kommunikation und dem Bemühen, es richtig zu machen – aber auf ihre eigene Weise. Dieser Film bietet vielfältige Möglichkeiten, die eigene Haltung zu Verlust, Tod, Trauer und Leben zu entdecken."
Zu "Schwarze Häuser" heißt es in der Jurybegründung: "Als Jury möchten wir eine besondere Erwähnung an einen Film geben, der mit eindrucksvoller filmischer Gestaltung und kreativer Aufarbeitung, ein lang verdrängtes, deutsches Kapitel der „Verschickungskinder“ sichtbar macht und in eine kollektive Erinnerungskultur überführt. Der Film SCHWARZE HÄUSER weist eine hohe gesellschaftliche Relevanz auf. Wir wünschen dem Thema mehr öffentliche Sichtbarkeit."
Das 2005 gegründete Filmfestival, das auch den Titel achtung berlin - new berlin film award trägt, präsentiert junges deutsches Kino aus Berlin und Brandenburg. Die ökumenische Jury existiert seit 2008. Für ihren Preis waren sektionsübergreifend 11 Langfilme nominiert. Mitglieder der Jury 2026 waren Monika Klapczynski, Leiterin des Fachreferats Medienbildung im Erzbistum Berlin, Paula Nowak, Studienleiterin für Religionspädagogik und Mediendidaktik der EKBO, Charlotte Kühn, Lehrerin für evangelischen Religionsunterricht in Berlin, und Nir Ferber, Filmwissenschaftler.