2026
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Heimatfilm anders: Kristina Mikhailova bittet Mädchen und Frauen, sich als Fluss zu imaginieren. Mädchen aus Dörfern, junge Städterinnen, LGBT- und Sex-Positivity-Aktivistinnen, eine Schuldirektorin, die die Vorzüge geschlechterrollenkonformer Erziehung lobt, Frauen im Gefängnis, Studentinnen, die vom Auswandern träumen, und immer wieder Gespräche über toxische Männlichkeit, sexuelle Übergriffe und schließlich der in der kasachischen Öffentlichkeit breit rezipierte Gerichtsprozess gegen einen Ex-Wirtschaftsminister, der seine Ehefrau Saltanat Nukenova brutal ermordete. Am Ufer des unscheinbaren Flusses Aksay sprechen die „river girls“ aber auch über Wünsche, Träume und Utopien. Das ist mutig, denn die Interviews finden vor einem oft nur schwer vorstellbaren genderkonservativen Hintergrund statt. Das dabei aufscheinende Panorama an weiblichen Lebensentwürfen inklusive Möglichkeiten, diese in Kasachstan zu verwirklichen, verbindet sich durch die Leitmetapher des Flusses zur Poesie. In radikaler Zärtlichkeit und beinah soziologischer Akribie manifestieren sich über Feministinnen-Demos und die Kunst aktiven Zuhörens Szenen des Politischen, im Zeichen von Sisterhood und Solidarität. (Gaby Babić, Barbara Wurm - Berlinale 2026)

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2026

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