Prix Interculturel 2020

Auszeichnung für belgischen Film "Voor Eunice" von Jaan Stevens
Voor Eunice (Jaan Stevens)

Voor Eunice

Die Jury der Interfilm-Akademie hat beim 39 1/2 Film School Fest München (12.-22, November 2020) den Prix Interculturel an den belgischen Film "Voor Eunice" (For Eunice, Belgien 2019) von Jaan Stevens vergeben. Der Preis ist mit 2.000 € dotiert. Das Festival fand vom 12.-22. November 2020 ausschließlich online statt.

"Voor Eunice" entstand an der RITCS School of Arts (Royal Institut for Theatre, Cinema & Sound) des Erasmus University College in Brüssel. Die Begründung der Jury lautet: "Für Eunice. Das klingt wie ein Geschenk. Ein Geschenk an dieses starke und anrührende Mädchen namens Eunice, das wir in diesem schönen und aufrichtigen Dokumentarfilm beobachten und dabei entdecken, wie das Leben für eine schwarze, übergewichtige Frau in einem fremden Land bereits ist und sein wird.
Wir erleben die Grausamkeit zwischen Kindern, angetrieben von bereits bestehenden Vorurteilen. Wir lachen und leiden mit Eunice, dank der feinfühligen und vertrauenerweckenden Regie von Jaan Stevens. Ohne es direkt auszusprechen verbündet uns dieser Kurzfilm, fragt unsere Gesellschaft, warum wir die nächste Generation unter etwas leiden lassen, von dem wir wissen, dass es gestoppt werden sollte."

Der Film wurde ebenfalls mit dem ARRI-Award für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.


Die Jury der Interfilm-Akademie zeichnete außerdem den Film "Drifting" von Hanxiong Bo (OT: Piao liu, USA, China 2019) mit einer Lobenden Erwähnung aus. In der Jurybegründung heißt es: "Während Chinas Ein-Kind-Politik wird Yan von seinen Eltern als Mädchen aufgezogen, um ihn nach außen hin als seine ältere Schwester ausgeben zu können. Als junger Erwachsener muß er gegen die konservativen Vorstellungen seiner Familie um seine Identität kämpfen. Zurückhaltende Inszenierung, feines Schauspiel und Dialoge sowie eine ausgezeichnete Kameraarbeit führen die Auswirkungen der altbekannten Maßnahme auf die Menschen in universeller Art und Weise vor Augen."

Der Film, der auch den ARTE-Kurzfilmpreis erhielt, entstand an der University of California.

Der Jury unter Vorsitz von Eckart Bruchner (Interfilm-Akademie) gehörten in diesem Jahr die letztjährige Gewinnerin Alice Gadbled und Franz Indra sowie Stefan Preis als consulting member (beide Interfilm und Interfilm-Akademie) an.