Preisträger: "Dentro" von Elsa Amiel
Mitglieder der Interreligiösen Jury mit der Preisträgerin, v.l.: Christian Georges, David Rossé, Elsa Amiel und Emmanuel Deonna (© Nikita Thevoz)


Beim 57. Filmfestival «Visions du Réel» in Nyon (17.–26. April 2026) hat die von Interfilm Schweiz und SIGNIS ernannte Interreligiöse Jury ihren Preis an den Dokumentarfilm «Dentro» von Elsa Amiel verliehen. Der Preis ist mit 5'000 CHF dotiert, gestiftet von der Katholischen Kirche in der Schweiz und Médias-pro, der Medienabteilung der CER (Konferenz der reformierten Kirchen der französischsprachigen Schweiz).

Die Jury sichtete die Filme des internationalen Spielfilmwettbewerbs. In ihrer Begründung heisst es: «In einer Zeit, die von der Versuchung geprägt ist, Freiheiten einzuschränken und strengere Strafgesetze zu erlassen, wollte die interreligiöse Jury ein Werk des heilsamen Widerstands auszeichnen. Man entdeckt darin, wie Häftlinge durch das Theater 'Lücken in die Realität reißen' können. Klassische und moderne Texte von großer Schönheit verleihen den Dialogen eine einzigartige Qualität. Hier findet sich eine Meditation über das Schauspiel und die befreiende Kraft des Schaffens von intensiver Tiefe. Die an der Vorbereitung einer Aufführung beteiligten Gefangenen werden dazu angeregt, Sinn zu finden. Eine andere Dimension ihrer Persönlichkeit zu erkunden. Sich lebendig und verantwortlich zu fühlen, anstatt zu grübeln und vor sich hin zu vegetieren. Inklusion an einem Ort der Isolation zu praktizieren, erscheint uns als inspirierender Ansatz. Unsere Jury schätzte die Energie, die dieser Film ausstrahlt, sowie die feinfühlige und subtile Art und Weise, mit der die Regisseurin die Protagonisten präsentiert, insbesondere den Theaterregisseur Armando Punzo.»

Mitglieder der Jury waren Emmanuel Deonna, Journalist und Filmkritiker; Christian Georges, Journalist und Filmkritiker; David Rossé, protestantischer Pfarrer (Jurypräsident); und Bahareh Zareeipolgardani, Umweltwissenschaftlerin und Forscherin.

 

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