One-Future-Preis 2018 geht an Regisseurin aus Afghanistan

Jury der Interfilm-Akademie vergibt Auszeichnungen beim Filmfest München
A Letter to the President

One-Future-Preis 2018: "A Letter to the President"


Beim 36. Filmfest München 2018 (28. Juni bis 7. Juli 2018) hat die Jury der Interfilm-Akademie den One-Future-Preis an den afghanischen Film "Nahai ba ramhis gomor" (A Letter to the President) von Roya Sadat vergeben. Mit einer Lobenden Erwähung wurde der österreichische Dokumentarfilm "Welcome to Sodom" von Florian Weigensamer und Christian Krönes ausgezeichnet. Den Ehrenpreis der Interfilm-Akademie erhielt der Filmkomponist Gerd Baumann.

Der One-Future-Preis der Interfilm-Akademie wird an Filme verliehen, die das Motto des Preises ethisch und filmästhetisch am überzeugendsten umsetzen. Es lautet: "Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft - One Future". 2018 wurde die Aszeichnung zum 33. Mal vergeben. Mitglieder der Jury waren die Regisseurin und Performance-Künstlerin Navina Neverla (Indien/Deutschland), die Komponistin und Musikerin Verena Marisa (Deutschland/Brasilien) und der Regisseur und Drehbuchautor Thomas E. Rudzik (Polen). Vorsitzender der Jury war der Direktor der Interfilm-Akademie, Dr. Peter Marinković.

In der Begründung für die Auszeichnung von "A Letter to the President" heißt es u.a.: "Der Film erzählt von einer unerschrockenen, starken Frau, die trotz aller Widrigkeiten und fest verwurzelten patriarchalischen Strukturen bereit ist, für ihre eigene Freiheit sowie die anderer Frauen einzutreten, um das afghanische Rechtssystem zu schützen. (...) Erzählt wird all das von der gleichermaßen mutigen, jungen afghanischen Regisseurin Roya Sadat, der ersten weiblichen Vertreterin ihres Fachs in der Post-Taliban-Ära."

In der Begründung für die Auszeichnung von "Welcome to Sodom" schreibt die Jury: "Der Film erzählt von einer Dystopie, die längst Teil unserer globalen Realität geworden ist. 'Sodom' ist ein Ort, der uns alle angeht, ein globales Thema, das sowohl umweltpolitische als auch sozial und kulturell höchst relevante Fragen aufwirft."

Der Ehrenpreis für Gerd Baumann gilt einem Künstler, der, so die Interfilm-Akademie, "mit seinem unverwechselbaren Sound die deutsche Filmmusiklandschaft maßgeblich mit einer ganz eigenen musikalischen Handschrift geprägt hat, die seinen Filmen eine besondere Tiefe und Wahrhaftigkeit verleiht."

Die Preisverleihung fand am 7. Juli in der Black Box im Gasteig statt.

Link: Website der Interfilm-Akademie